Blutkreislauf - Blutdruck und Meßverfahren


Der Blutdruck wird von der Pumpe Herz erzeugt. Er ist einer der am empfindlichsten reagierenden Vitalwerte und hat für die Diagnostik oft eine wichtige Bedeutung, was ihn zu einem Routineparameter macht.

Direkte Messung

Bei der direkten Messung wird der Anschluß über einen Einstich in die Arterie angebracht. Es handelt sich meist um Eimaldrucktransducer mit Piezo oder resistivem Druckwandler.

Indirekte Messung

Methode Riva Rocci / Korotkoff (Auskultation)



Riva Rocci: Einwirkung des Manschettendrucks auf die Arteria Brachialis.
Korotkoff: Abhören der Schließgeräusche der Arteria Brachialis mit dem Stetoskop.

Funktionsweise der Methode Riva Rocci / Korotkoff



  1. Manschettendruck größer als der zu erwartendesystolische Druck (ca. 200mmHg). Die Arterie wird dadurch total verschlossen.
  2. Manschettendruck langsam ablassen.
  3. Nach Erreichen des systolischen Blutdrucks wird die Arterie erstmals wieder geöffnet und durchblutet. Mithilfe des Stetoskops kann der dabei entstehende 1. Korotkoff-Ton gehört werden. Der zugehörige Wert wird am Manometer abgelesen.
  4. Nach weiterer langsamer Druckminderung in der Manschette wird irgendwann der diastolische Druck unterschritten, d.h. die Arterie ist dauerhaft geöffnet und es entstehen keine weiteren Korotkofftöne mehr. Der Wert des Manometers beim letzten Korotkoffton ist der diastolische Blutdruck.

Mögliche Fehlerquellen:


Blutfluß-Ultraschall-Doppler-Verfahren



Eine Ultraschallquelle sendet periodisch Druckverdichtungen aus. Trifft eine Ultraschallwelle auf eine bewegte Grenzfläche (Blutkörperchen) wird sie mit veränderter Frequenz zurückreflektiert. Diese Frequenzänderung (Doppler-Frequenz) wird ausgewertet.


f0 Sendefrequenz (typisch ca. 4 MHz)
f Empfangsfrequenz
Δf Dopplerfrequenz Δf = f0 - f (typisch 400...800 Hz)
v Geschwindigkeit des Zielteilchens (hier: fließende Blutkörperchen, ca 1,7 cm/s
cg Ausbreitungsgeschwindigkeit der Ultraschallwelle in Gewebe, Blut und Ultraschallgel (ca. 1570 m/s)
φ Einfallswinkel zwischen Schallrichtung und Bewegungsrichtung des Zielteilchens


Blutstömung und Ultraschall-Doppler Verfahren



Die "Blutkörperchen" fließen nicht alle mit der selben Geschwindigkeit, sondern wie Flüssigkeit in Rohren am Rand langsamer als in der Mitte.

Bei laminarer Blutströmung (normal) ist ein Rauschspektrum zu hören.

Bei Venen handelt es sich um ein tieferfrequentes, windartiges Rauschen wegen der langsameren Blutströmung.

Bei Arterien ist wegen der schnelleren pulsartigen Strömung ein höherfrequentes, peitschenartiges Geräusch zu hören.

Bei Turbulenter Strömung (nach einer Stenose) ist ein eher diskreter Pfeifton zu hören, da eine einzige Geschwindigkeit vorherrscht.

Übersicht