Preisträger 2010/2011
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Preisträger 2010/2011: 1. Platz

Challenge

Für die von zwei Tutoren aus dem selben Jahrgang geleitete Veranstaltung „Multimedia-Praktikum“ war noch kein Thema ausgesucht worden und eine Aufgabe, die uns ermöglichte das bisher erworbene Theoriewissen unter Wettbewerbs-Motivation praktisch anzuwenden, war uns sehr willkommen. Daher beschloss unser siebenköpfiges Multimedia-Team – allen voran unsere Tutoren Lars Waegner und Philipp Schupp – die Herausforderung anzunehmen und zum Inhalt der Veranstaltung zu machen.

Fortan saßen sieben ambitionierte „Usability-Lehrlinge“ von Oktober 2010 bis Ende Februar 2011 in Eigenregie über Methoden, Texten und der Webseite der GI, untersuchten die Gebrauchstauglichkeit und tüftelten an der Projektarbeit. Das in vorherigen Veranstaltungen von Prof. Dr.phil. Jürgen Kawalek und Dozentin Annegret Stark vermittelte Know-How war uns dabei eine wertvolle Grundlage.

Ergebnis

Kurzfassung des Usability-Berichts (Abstract)

Der vorliegende Usability-Bericht ist die schriftliche Dokumentation der Untersuchung auf Gebrauchstauglichkeit der Webseite des FB MCI der GI, wie sie die Studenten der HS Zittau/Görlitz in fünfmonatiger Projektarbeit bei je 4 Semesterwochenstunden vorgenommen haben. Er stellt das Vorgehen, die verwendeten Methoden sowie Ergebnisse und ausführliche Verbesserungsvorschläge dar.

Mit der Untersuchung sollte überprüft werden, ob die Usability der Webseite dem Stand internationaler Normen entspricht und die Seite für alle Nutzer barrierefrei zugänglich ist, ob Informationen gut strukturiert, schnell und verständlich zu finden sind und die Gestaltung darüber hinaus ansprechend ist.

Der Arbeit lag die Intention zugrunde, möglichst effektiv zu umfassenden und zuverlässigen Ergebnissen zu gelangen. Für die Hauptuntersuchung der informationsorientierten Webseite mit wenigen Interaktionsmöglichkeiten wurden deshalb zwei Methoden ausgewählt; Die der Heuristischen Evaluation, als grundsatzgestütztes Expertenverfahren, und das Card Sorting, als nutzerzentrierte Evaluation. Zunächst wird die Wahl dieser Methoden begründet und deren Anwendung erläutert. Darauf folgt als Vorwegnahme eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Empfehlungen der gesamten Untersuchung aufgezeigt.

Auffällige oder wiederkehrende Kritikpunkte waren bei der Untersuchung vor allem in den Bereichen Layout, Informationsdarstellung und Steuerbarkeit zu finden. So beispielsweise das Fehlen eines „Zurück zur Startseite“-Buttons und zahlreiche fehlerhafte Verlinkungen. Schwer verständlich waren Experten und Nutzern viele verwendete Abkürzungen, der Menüpunkt „Leitungsgremium“ und die mehr oder weniger ausführlich vorhandene Darstellung von Fachgruppen und Arbeitskreise. Außerdem stellten beide Untersuchungen einen Mangel an Bildern und Grafiken fest, durch deren Einsatz die Webseite übersichtlicher und ansprechender gestaltet werden könnte.

Der Hauptteil der Arbeit gliedert sich anschließend thematisch in zwei längere Abhandlungen. Zur Heuristischen Evaluation, die sich auf international gängige Richtlinien stützt, werden zunächst ausführliche Erläuterungen angeführt. So die Herleitung der Heuristiken, die Durchführung der Expertenevaluation sowie Erklärungen zu Lesbarkeit der Tabellen, Fehlergewichtung und Einschätzung der Behebbarkeit. Anschließend findet sich eine Übersicht mit Grafiken über alle mit dieser Methode gefundenen Fehler auf der Webseite. Darauf folgen umfangreiche Fehlertabellen zu einzelnen Website-Bereichen (in denen jeweils die einzelnen gefundenen Fehler, eine Schweregrad- und eine Behebbarkeits-Einschätzung sowie Verbesserungsvorschläge aufgeführt sind) sowie eine abschließende Visualisierung wichtiger genannter Verbesserungsvorschläge.

Mit höchstem Schweregrad bewertete Fehler waren hier vor allem fehlerhafte Verlinkungen, das Fehlen eines „Zurück-Buttons“ zur Startseite und eine fehlerhafte Sitemap auf der Startseite.

Der zweite Hauptbereich behandelt das Card Sorting und dessen Ergebnisse. Zunächst wird die Verwendung der Methode psychologisch begründet und das Vorgehen mit den Testpersonen genau dargestellt. Zwei Gruppen befassten sich dabei mit der Informationsstruktur der Webseite, sortierten Menüpunkte, Inhalte und Begriffe, und entwickelten dazu neue Strukturierungsvorschläge. Eine Gruppe untersuchte das Hauptmenü, die andere den Bereich Fachgruppen und Arbeitskreise. In der anschließenden Auswertung werden die Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge präsentiert sowie Re-Design-Vorschläge beigefügt.

Herausgefunden wurde unter anderem, dass sich das Hauptmenü sinnvoll auf sechs Menüpunkte reduzieren ließe, die Startseite umgestaltet und eine direkte Ansprache des Nutzers erfolgen sollte, mehr Bilder verwendet und einige Begriffe umbenannt werden könnten um die Nutzerfreundlichkeit und Akzeptanz der Webseite zu erhöhen.

Als letzten wichtigen Punkt behandelt die dokumentierte Untersuchung die Barrierefreiheit der Webseite. Zur Überprüfung der Zugänglichkeit des Websiteangebots für alle Menschen, wurde ein BITV-Selbstbewertungstest in 52 Prüfschritten durchgeführt und das Ergebnis „eingeschränkt zugänglich“ nachvollziehbar dargestellt.

Der Bericht endet mit einem Anhang, in dem sich alle Heuristiken mit sämtlichen Bewertungskriterien sowie die ausführliche Verschriftlichung der Nutzermeinungen des Card Sorting finden.